Dialoge



****************************************
*ZUKUNFT**JETZT**STERN**ICH**HIER**IST**BLIND**SAND**NICHTS**HORIZONT**FLUSS**ERLEBEN*
****************************************

*ZUKUNFT*
A
die Zukunft ist ein Konstrukt
ein virtueller Raum
den ich mir erdenke
B
was ich sehe ist auch ein virtueller Raum
den ich mir erdenke
Licht und Farbe existieren in der Realität
nicht so wie wir sie wahrnehmen
A
wie verhält es sich mit der Zukunft
B
wo könnte ich der Zukunft begegnen
A
eine schöne poetische Frage
B
ein schöner Gedanke
A
schönes Bild
B
natürlich immer und überall
A
sagst du
B
die einzige Konstante
an diesem immer und überall
das bin ich
der dort zugegen sein muss
wo die Zukunft auftaucht
weil sie in mir auftaucht
meine mir relevante Zukunft
wird durch mich selbst in Bezug gesetzt
A
die Zukunft zeigt sich
wenn man nicht an sie denkt
B
das Glück trifft einen immer dann
wenn man nicht daran denkt
so besagt es eine alte Lebensweisheit
A
die Zukunft ist Zukunft weil ich nicht weiss
dass es die Zukunft ist
die sich mir zeigt
B
was sich dir zeigt ist
was du gelernt hast zu sehen
A
ist die Zukunft Glück
B
was ist Glück
A
sein
B
was aber wenn mein Sein mir nicht gefällt
A
muss Glück gefallen
ist Glück schön
B
wo ist das Glück
A
in mir
B
doch wo bin ich
A
was in mir ist ist nicht
schreit laut und bleibt stumm
die stimme verweigert sich
B
nicht aber der Komplex im Kopf
A
ist schwerlich zu umgehen in dieser
oder vielmehr in diesen Situationen
B
denn sie sind immer wieder da
ja sogar mehr als immer wieder
sie sind ständig da
A
und doch überwinde ich sie
B
und lasse mich zu Äusserungen hinreissen
die mir nicht wirklich einen Einblick
in meine innere Kammer gewähren
A
deren Benutzung mir
im Laufe der Zeit
aus der Übung geraten ist
B
eine kaum zu ertragende Kurzsichtigkeit
die aber eine enorme und erstaunliche Sicht
auf die eigene Stofflichkeit
und das denkende Ego
eröffnet
A
ich sag's dir
ein solch epochales Auseinanderdriften der Wahrnehmung
dürfte wohl ein Ursprungsbild der ..
welches sich im Bild des baba babo babbalo
na das Sprachgewirr
eröffnet hat
gewesen sein
B
eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit
wenn man sich die Ordnung der Dinge im Kosmos
also auch hier
auch wenn es manch einer abstreiten will
anschaut
keine Organisation
A
ein Stillstand
B
eine fehlgeleitete Truppe
die nicht mehr in der Lage ist
A
wieder hinweg
gerissen
es gibt keinen Grund


****************************************
*ZUKUNFT**JETZT**STERN**ICH**HIER**IST**BLIND**SAND**NICHTS**HORIZONT**FLUSS**ERLEBEN*
****************************************

*JETZT*
A
wenn ich laut bin
bin ich nicht hier
B
ich bin in meiner Erinnerung
Ich ist bewegte Zeit
A
im Jetzt bin ich leer
kann ich nicht laut sein


****************************************
*ZUKUNFT**JETZT**STERN**ICH**HIER**IST**BLIND**SAND**NICHTS**HORIZONT**FLUSS**ERLEBEN*
****************************************

*STERN*
A
und ich sagte mir
B
und ich sah ein
A
ich tat
B
habe aufgehört die
die
geschaut
dass ich mich ändere oder
A
oder wie im
auf alle Fälle
die haben es auch irgendwo her
versuche nicht den Löffel zu biegen
sondern das
was drum herum ist
so wie man sich
das Universum vorstellen könnte
so flach in der Mitte und gebogen
wie eine Hantel wenn sie gestemmt wird
so das Hauptgewicht aussen
wegen der Expansion
meine ich
Schweigen
B
der Raum gehört der Vergangenheit
unserer Vergangenheit
weil die Sterne die brauchen so etwas nicht
die brauchen das nicht
aber sicher bin ich mir da auch nicht
weil
ich bin kein Stern
und doch vielleicht -ein bisschen-
aber doch nicht ganz
A
wo du schon dabei bist
um aufs expandierende Universum zurück zukommen
als wo die Masse nach aussen drängt
und irgendwo wieder zusammenfindet
vielleicht überall immer wieder zusammen findet
weil es dort ja auch kein oben und unten gibt
B
eigentlich ja gar keinen Raum
A
und doch für uns schon
aber für die Sterne
B
das Sein reicht
Längeres Schweigen
A
als der Stern mich traf
fragte er mich
wieso ich so klein und dunkel bin
es fiel mir keine passende Antwort ein
und ich sagte nichts
er ging weiter
ich stand da
und hatte unweigerlich das beschissene Gefühl
eine grosse Gelegenheit
in meinem Leben verpasst zu haben
B
ja kann ich gut verstehen
A
hattest du auch schon
B
nein
aber wieso hat er dunkel gesagt
A
was weiss ich
B
naja er hätte doch auch unscheinbar
unterbelichtet oder nichtig sagen können
A
ja
Noch längeres Schweigen
A
so gesehen ist es kein Wund
es darf dich somit nicht verwundern
wenn ich einen Drang verspüre langsam zu gehen
so bin ich näher bei mir
vielleicht
was immer Mein sein mag
denn wenn ich laufe
egal wohin
denn eigentlich gibt es ja kein vorne und hinten
oben und unten
und doch laufe ich wo hin
vor oder zurück
also in die Vergangenheit oder aber in die Zukunft
die aber auch immer noch Vergangenheit ist
aber die Zukunft ist bei mir
oder hebt sich in mir auf
wie ich will
B
ich kann nur beobachten und schweigen
A
so ist es immer wieder ein neues Beginnen
und auch eine Freude
die sich mir Tag für Tag auftut
B
nur ein Jetzt oft
welchem ich mich hingeben kann
A
und ein Loslassen
B
Jetzt
A
ja
Stille


****************************************
*ZUKUNFT**JETZT**STERN**ICH**HIER**IST**BLIND**SAND**NICHTS**HORIZONT**FLUSS**ERLEBEN*
****************************************

*ICH*
A
die Bahn ist vorgegebenen
damit das System funktioniert
B
oder das System hat sich etabliert
weil es die Bahn gefunden hat
in der es ein funktionales System ist
A
in der es zu einem funktionalen System wird
Stille
A
wiederkehrende Ereignisse
bekommen wiederkehrende Namen
B
das Erkannte bekommt einen Namen
A
ich kenne es weil ich es benenne
B
dass ich es benenne zeigt mir dass ich es kenne
A
kennen und verstehen
B
sind verschiedene Eigenschaften
A
das Kleinkind nennt sich selbst
zuerst beim Namen welcher ihm gegeben wurde
und erst später nennt es sich Ich
B
auch dieses Ich
wird ihm von aussen angetragen
A
bin ich ein Ich
weil der andere auch als Ich durch die Welt geht
B
du bist du weil ich dich als Du sehe
A
dein Ich sieht mein Ich als Du
B
von dir zu mir wird dein Du zu Ich
A
was aber siehst du
B
was zeigst du mir
A
was du sehen willst
B
das weiß Du aber nicht
A
Ich weiß ja nicht was Du sieht


****************************************
*ZUKUNFT**JETZT**STERN**ICH**HIER**IST**BLIND**SAND**NICHTS**HORIZONT**FLUSS**ERLEBEN*
****************************************

*HIER*
A
siehst du was
B
nein
A
nichts
B
ja nichts
A
blöd
B
schön blöd
A
und jetzt
B
immer noch nichts
A
bist du dir sicher
B
wie könnte ich mir sicher sein
A
indem du dich vergewisserst
B
ich schaue immer noch mit dem selben Augenpaar
A
es müsste aber da sein
B
ist es aber nicht
A
das kann nicht sein es muss da sein
B
soll es jetzt da sein oder soll es sichtbar sein
A
beides
B
ich kann es aber nicht sehen
was nicht heissen soll
dass es nicht da ist
A
lass mich mal
B
du hast gesagt
du kannst es beschreiben
aber gesehen hast du's noch nie
A
vielleicht klappt es ja heute
B
ja genau
vielleicht klappt es ja heute
A
da
da hast du's gesehen
für einen kurzen Moment
dort hinten links hinter dem Türkis
dort wo das Grau am Braun vorbei geht
der Rote
siehst du den Schwarzen
gleich dahinter

es ist orange
B
du hattest mir gesagt dass es gelb sei
A
ja aber eben war es orange
meine Güte
es kann seine farbbestimmende Struktur verändern
B
so einfach kann es doch nicht sein
du wartest seit einer Ewigkeit
spannst auch mich in diese Warterei mit ein
und ich weiss mittlerweile nicht wie lange das schon so geht
und ausgerechnet heute
hier und jetzt
soll es erschienen sein
entschuldige bitte
aber das kann nicht sein
A
ja du hast recht
das kann nicht sein

aber es wäre schön gewesen
wenn es so gewesen wäre
B
ich weiss nicht
A
natürlich wäre das schön
B
schön
A
dann hätte unsere Warterei ein Ende gehabt
B
und was hätten wir davon
A
nun
wir könnten uns auf eine neue Suche begeben
B
und schwebt dir da schon was Bestimmtes vor
A
nein
aber
mein Gefühl sagt mir dass es etwas Blaues ist
mit einem leichten Grünstich
es ist in die Länge gezogen und in der Mitte verdickt
und riechen tut es
was soll ich dir sagen
riechen tut es so vertraut
dieser Duft der geht tief
ich wusste gar nicht mehr dass es diesen Duft gibt
überwältigend schön
diese Wärme die er ausstrahlt
diese herbe Süße die mich umgibt
das Licht verblasst und die Welt geht vor mir auf
widersinnig
aber nicht weniger wirklich
B
manchmal ist es gut einfach zuzuhören
deiner Stimme zu lauschen
deinen Gedanken und deinen Freuden
deinen Zweifeln und deiner Zuversicht
A
in der Abwesenheit die Nähe spüren
meinst du
B
mir erfahrbar zumachen
dass Nichts nicht Nichts ist
dass das Auge als Informant
eben doch nur beschränkt ist
und ich frage mich wieso ist es so
A
wieso lasse ich es zu
B
dass der Alltag mir meine Wahrnehmung zumüllt
mich abstumpfen lässt
A
wo bist du
B
ich bin glücklich
A
was bedeutet das
B
ich gehe in dem auf was ich tue
ich fühle mich eins mit dem was ich tue und dem mich Umgebenden
ich hinterfrage nicht was ich tue
zumindest nicht in dem Moment wo ich es tue
davor und danach das schon
aber eben nicht im Moment
A
ich begleite
B
gleite
tief in mir drin ist mein Ich nicht so gross
es wird aber notgedrungen grösser
wenn es mit dem anderen zusammentrifft
A
ist das nicht ein Trugschluss
B
ist es nicht ein Versuch zu kaschieren
was jeder Mensch für sich weiss
A
dass es dieses zarte keimende Etwas gibt
B
genau
A
was nicht benannt werden kann
B
Ich nimmt sich gerne zurück
doch wird das vielfach falsch verstanden
wenn Ich mir den Raum gibt, dann nehme ich ihn mir
das Laute überwiegt immer noch
wenn ich laut bin
bin ich nicht hier
deine Worte
in mir
A
mein Wort
wird durch dich
zu meinem Wort
und doch stimmt da etwas nicht
es ist nicht mein Wort
es kann nicht mein Wort sein
ohne dich gäbe es mich nicht
es ist
was zwischen uns ist
was dich und mich ausmacht
wenn ich mich suchen müsste
ich würde nicht bei mir anfangen
ich dürfte auch nicht bei dir anfangen
ich müsste mich auf den Weg begeben
auf den Weg von mir zu dir
von dir zu mir
es muss auf dem Weg sein
hier


****************************************
*ZUKUNFT**JETZT**STERN**ICH**HIER**IST**BLIND**SAND**NICHTS**HORIZONT**FLUSS**ERLEBEN*
****************************************

*IST*
B
je weiter ich wo hin schaue
A
wo bin ich
wenn meine Zukunft
in der Vergangenheit eines anderen ist
B
dann verhält es sich im Raum so
dass je weiter etwas von mir entfernt erscheint
desto mehr repräsentiert es meine fernere Zukunft
A
aber auch eine zeitlich entferntere Vergangenheit
und je näher ich dieser komme
umso mehr wird es zu meiner Gegenwart
B
meine Zukunft
liegt in der Vergangenheit eines anderen
was vor mir steht
ist eine Vergangenheit
die ich noch nicht betreten habe
was hinter mir ist
ist eine von mir begangene
wenn ich mich umdrehe
darf ich nicht zurück schauen
Vergangenheit passiert im Kopf
A
meine Gegenwart kann nur dort sein wo ich bin
B
alles andere ist Vergangenheit
es kann auch meine Zukunft sein
aber meine topografische Zukunft
liegt in meiner visuellen Vergangenheit
so wälze ich die Gedanken Tag ein Tag aus
mit dir durch dich in mir


****************************************
*ZUKUNFT**JETZT**STERN**ICH**HIER**IST**BLIND**SAND**NICHTS**HORIZONT**FLUSS**ERLEBEN*
****************************************

*BLIND*
B
so endlich sind wir hier
A
endlich bist du dort
B
endlich bin ich hier
A
du warst schon vorhin dort
B
ja ich war dort
jetzt bin ich hier
A
und ich bin nah bei dir
hier bei mir
dort bei dir
B
du hast mir nicht gesagt
dass du kommen willst
A
ich wusste es auch nicht
B
werden wir es jemals sehen
A
vielleicht
B
die Wahrscheinlichkeit ist gering
A
die Hoffnung stirbt zuletzt
B
wusstest du dass man davon ausgeht
dass das Universum aus 4% Materie und Energie besteht
die uns bekannt sind
A
nein
aber ich kenne dich auch nicht
B
von diesen 4%
sind aber wiederum lediglich
10% dafür verantwortlich
dass Licht ausgesendet wird
der grosse Rest von 96%
wird in dunkle Materie 23
und dunkle Energie 73% unterteilt
A
wir sehen praktisch nichts
B
96%
kein Licht
A
kein Raum
B
keine Verortung
A
kein ich
B
kein ich und kein du
A
nicht einmal ein wir
B
kein wir
A
so gesehen sind wir in der Minderheit
B
unser Gewicht geht gegen Null
A
und doch führen wir uns auf
als wären wir
B
ja wir halten grosse Stücke auf uns
A
so gesehen ist es aber schon ein bisschen peinlich
B
so gesehen ist es kein Wunder
dass wir es nicht sehen
A
so gesehen sind wir praktisch blind
B
so gesehen können wir noch viel entdecken
A
vorausgesetzt
B
es fehle uns nicht an
A
Freude
B
Hingabe
A
Neugierde
B
Interesse
A
Imagination
B
Hartnäckigkeit
A
Mut
B
Fleiß
A
Zeit
B
nein an dem fehlt es uns nicht
A
dann lass uns weiter horchen
vielleicht sehen wir es dann


****************************************
*ZUKUNFT**JETZT**STERN**ICH**HIER**IST**BLIND**SAND**NICHTS**HORIZONT**FLUSS**ERLEBEN*
****************************************

*SAND*
B
wie schütze ich mich vor mir selbst
A
was macht dir angst
B
vielmehr was stört mich an mir
A
ist 's schwierig es zu ändern
B
scheint so
A
ich frage dich natürlich nicht was es ist
B
danke
A
ist es schon lange so
B
ja schon
A
und denkst du schon lange daran dass es dich stört
B
ja schon
A
und was hast du dagegen unternommen
B
mir immer wieder gesagt dass es mich stört und
dass ich es ändern muss
A
und anscheinend bist du bis jetzt immer daran gescheitert
B
scheint so
A
aber du willst es wirklich ändern
dich ändern
B
ja
jetzt wenn du mich fragst
dann bin ich felsenfest davon überzeugt
aber dann gibt es diese Momente
A
wo du wieder schwach wirst
B
ja
A
und hast du schon einmal daran gedacht diese Momente zu umgehen
B
ja
A
und wann treten diese Momente auf
B
tja das ist eben die Krux
ich laufe dann immer vor mir weg
A
du läufst vor dir weg
B
naja es ist nicht wirklich ein Weglaufen vor mir selbst
oftmals vor Dingen die ich tun sollte
mich aber davor drücke
A
und wäre es nicht einfacher die Sache anzupacken und zu bereinigen
B
natürlich wäre das leistbar
und im Endeffekt auch effizienter aber
A
aber irgendetwas sagt dir es bleiben zu lassen
B
ja so in etwa
es erscheint mir dann immer alles so kompliziert
und alles miteinander
ist dann auch irgendwie gekoppelt
und dann wächst mir alles über den Kopf
und dann verliere ich die Übersicht
und weiss nicht mehr wo ich anfangen soll
und dann lass ich mich gehen
und dann
ja dann
bin ich dann soweit
und am Schluss lasse ich alles stehen
und schau mir den Scherbenhaufen an
und dann mag ich nicht mehr
und dann kommt der Moment
wo ich mich nicht mehr ganz verstehe
und warum immer alles so kompliziert
bei mir sein muss
und dann habe ich die Schnauze voll
und könnte nur noch heulen
A
jemand hat mir einmal gesagt
zuerst war ich im Bauch von Gott
dann war ich eine Pflanze
und jetzt bin ich ein Kind
B
was soll ich damit
A
ich will dir damit nur sagen
dass alles möglich ist
du musst es nur nicht so verkrampft angehen

weisst du noch das eine Mal
wo wir am Meer waren
erinnerst du dich was du mir zum Sand gesagt hast
B
nein
A
wenn ich die Fülle erfahren will
dann soll ich mit meiner Hand
über den Sand streicheln
und mit der offenen Hand
in den Sand eintauchen
B
ja
A
und wenn ich den Sand mit der Hand greifen will
dann soll ich mich nicht auf das konzentrieren
was in der Hand bleibt
sondern das Fließen des Sandes
durch und über meine Hand achten
das macht mich reicher
auch wenn ich danach nichts
in Händen halte
B
genau
A
es ist eine Gabe das Wesentliche zu achten
die Gabe kannst du dir aber nur selber geben
ich kann nur mit dir sein


****************************************
*ZUKUNFT**JETZT**STERN**ICH**HIER**IST**BLIND**SAND**NICHTS**HORIZONT**FLUSS**ERLEBEN*
****************************************

*NICHTS*
A
tiefer schnitt
B
einschnitt
A
in den leeren Raum
B
macht mich voll
A
gefüllt hast du mich
B
füllst mich immer noch
A
kein platz
B
kein neues Nichts
A
hat sich in mir eingestellt
B
kriege mich nicht leer
A
fühle mich aber so
B
boulversé
A
so wie ich mich vielleicht immer
B
so wie ich bin
A
doch ich bin nicht die einzige
B
auch wenn ich fühle
A
heute
B
jetzt
A
das später
B
immer noch jetzt
A
doch anders
B
mehr
A
ja mehr
B
aber auch weniger
A
reicher
B
ist nicht gesagt
A
kommt auf einen Punkt an
B
den ich nicht kenne
A
bin ich da
B
kann ich ihn wieder
A
aber sicher ist nichts
B
was ist zwischen
A
oben und unten
B
was oben
A
was unten
B
wo was ist
A
ist was
B
denke verweigern denken sitzt gut
A
überall
B
wo du nicht bist
A
da sehe ich dich
B
fühle das du bist
A
besser warst
B
warst denn Gefühl
A
ist nicht jetzt
B
du bist nicht nur Gefühl
A
für mich auch nicht
B
aber einfach ist es nicht
A
gefangen in Grenzlandschaften
B
einer nicht definierten Landschaft
A
Grenze wo
B
rechts
A
links
B
vorne
A
hinten
B
oben
A
unten
wo nichts ist
B
da war nichts
A
denn es ist nicht mehr
B
auch wenn es gewesen ist


****************************************
*ZUKUNFT**JETZT**STERN**ICH**HIER**IST**BLIND**SAND**NICHTS**HORIZONT**FLUSS**ERLEBEN*
****************************************

*HORIZONT*
A
am Strand
B
das Meer
A
ein Schiff
B
es fährt
A
wird kleiner
B
und kleiner
A
der Horizont
B
dort
A
das Schiff
B
ein Punkt
A
geht auf
B
im Horizont
A
Horizont
B
unendliche
A
Ansammlung von Schiffen


****************************************
*ZUKUNFT**JETZT**STERN**ICH**HIER**IST**BLIND**SAND**NICHTS**HORIZONT**FLUSS**ERLEBEN*
****************************************

*FLUSS*
A
dass man wird was man ist
setzt voraus
dass man nicht im Entferntesten ahnt
was man ist
B
Nietzsche
alles kann ich sehen
nur mich nicht
das ist mein Ichsein
A
Goldschmidt
Sprachlosigkeit
B
eine grosse Kunst den Zustand der Sprachlosigkeit zu füllen
A
bewusst
B
das bis zum Unbewussten
eingeübte Sprechritual zu unterlaufen
A
die Wolken sind schwerer geworden
B
passend zu meiner Stimmung
A
kalt ist es geworden
B
ich habe mich zurückgezogen
A
gehe nur noch selten aus
B
die Tage sind kürzer geworden
A
meine Tage
von Tag zu Tag länger
B
wie ein Pawlowscher Hund reagiere ich auf jede Veränderung
dabei spielt es mittlerweile überhaupt keine Rolle
ob diese Veränderung
in einem ersichtlichen Zusammenhang zum Zeichen steht
A
ich habe angefangen alles in Bezug zu setzen
und versuche dabei nicht auseinander zu fallen
nicht daran zu zerbrechen
B
Warten ist ein fester Bestandteil meines Seins geworden
und vielfach weiss ich gar nicht mehr auf was
A
aber dass das schon
B
die sich drehenden Zeichen
sind mir keine Boten der Zuversicht mehr
nein sie erschrecken mich
und im selben Moment des Schreckens
denke ich mir wiederum
A
dass es nichts Unheimliches ist
sich treiben zu lassen
B
nicht jeder Versuchung nachzugeben
A
in der Meinung etwas verpassen zu können
B
denn kann ich überhaupt irgendetwas verpassen
A
wenn ich doch bin
B
ich werde aus meiner mich leitenden Planung gedrängt
schön
wie ein Fluss
der aus seinem Flussbett springt
aber hört er deshalb auf zu fliessen
A
mitnichten
nein
er sucht sich einen anderen Weg
B
vielleicht wird dieser andere neue Weg
für die nächsten tausend Jahre Bestand haben
A
oder auch nur für die nächsten Tage oder Stunden
aber der Fluss ist
er fliesst


****************************************
*ZUKUNFT**JETZT**STERN**ICH**HIER**IST**BLIND**SAND**NICHTS**HORIZONT**FLUSS**ERLEBEN*
****************************************

*ERLEBEN*
A
vielleicht geht eine Abnahme
oder Abstumpfung meiner Sinneswahrnehmung
mit meinem wachsenden Bewusstsein
einer Vergangenheit und einer Zukunft
einher
B
vielleicht ist unsere Existenzform das Ende
A
der Tod wenn du so willst
B
irgendwie geht nichts mehr
A
und doch erleben wir doch einiges


****************************************
*ZUKUNFT**JETZT**STERN**ICH**HIER**IST**BLIND**SAND**NICHTS**HORIZONT**FLUSS**ERLEBEN*
****************************************

Sprecherin: Julia Schmidt
Sprecher: Jojo


Keine Kommentare:

Kommentar posten

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.